Autor: sabineziegelwanger (Seite 1 von 7)

Mama-Sutra

Mein physischer Bewegungsradius hat sich dramatisch verändert. Ich bin, wo du bist – du bist, wo ich bin…. verbunden und gebunden. Schön und beängstigend.

Ich kann nicht (mehr) weglaufen – mir was „Begwemeres“ suchen.
Meine Yogapraxis ist JETZT Mama-sein und Tun und auch noch Partnerin bleiben und mich spüren. Schon viel verlangt…. ich spüre gerade so viel Mensch in mir und dir… so viel erdiges, Praxis…
Verletzliches, Liebevolles wie unterschiedliche Facetten des Unangenehm.

Meine Praxis: mit all dem sein – von Augenblick zu Aufenblick; meine Asanas: immer wieder Körper spüren und vor allem jene Bereiche, die vom Schunkeln und Tragen schmerzen öffnen, weiten, hinein-atmen.

Ärger wahrnehmen – und gut sein lassen, Ansprüche wahrnehmen – ziehen lassen. An eine intensive Asanapraxis ist gerade nicht zu denken und trotzdem habe ich selten so intensiv Yoga praktiziert..
Ich versuche mich im Lovis zur Ruhe begleiten (Euphemismus für: vom Blärren zum stückchenweise ruhiger werden) – ohne Erwartungen, dass die Ruhe gleich da sein muss. Meist beginnt gerade, wenn du denkst: aber jetzt haben wir’s „geschafft“ eine neue Welle des „ich bin putzmunter und mich zwickst“ … oh yeah! Das ist Gehmeditation de luxe … Dabei im Geiste gelassen zu bleiben, ne Brise Humor inklusive – bei dem, was in jedem Moment passiert – ohne Erwartungen… Das ist Yoga: und siehe da – plötzlich tut sich eine wohlige Stille auf, die so unglaublich bezaubernd ist, dass wir beide verschmelzen und einschlafen. Ohne Erwartungen..

Dogmen die Kraft nehmen

Stillen im Hammerpark …
Sobald du Mama bist – besser noch: schon in der Schwangerschaft bzw. wenn du schwanger werden möchtest – realisierst du plötzlich, dass du Angriffsfläche und Projektionsfläche für die Werte und Urteile, eingehüllt in „wohlgemeinten“ Ratschläge vieler Menschen bist. Ich schreibe hier nicht über aufmerksame, empathische Unterhaltungen. Es gibt so viele Dogmen rund ums Stillen, Gebären, Kinder-erziehen, dass es manchmal ein Graus ist und hin und wieder unverschämter Eingriff in die Privatsphäre von Menschen..

Klar kann Stillen eine super schöne, sinnvolle Sache sein: sowohl für die Mama selbst, wenn man u.a. an den „Praktischfaktor“ denkt, als auch nährend und geborgen für das Baby. Es gibt jedoch sehr wohl auch das Recht der Selbstbestimmung der Mutter deren ganzheitlich verstandener Gefühls- und Gesundheitszustand im Vordergrund steht (dieser überträgt sich schließlich auf das Baby/Kind).

Und es gibt schlicht und ergreifend Menschen mit Brüsten, die beim besten Willen nicht stillen können.

Es ist wie mit jedem Dogma: sobald wir uns darin verirren, verlieren wir unser ureigenes Wissen, unsere Intuition. Manchmal fehlt uns auch die Kraft und wir verlassen uns deshalb auf andere, die sehr laut ihre Meinung kundtun. Eigentlich wäre es wunderbar, wenn wir von Kindesbeinen an lernen, hinzuspüren, was uns gut tut, mit dem gut umzugehen, was uns gegeben und im Bereich unserer Möglichkeiten ist; unserer inneren Stimme vertrauen: diese zu erst einmal hören lernen.

Das ist wahrhaft und ganzheitlich nährend für einen Menschen… ich möchte jedoch kein weiteres Dogma daraus machen, weil auch diese Bewusstseinsbildung derzeit ein Privileg ist und nicht neuerlich Leistungsdruck erzeugen soll. Es wäre schön, wenn wir diese Kompetenzen in der Schule lernen würden (ich bin dran ;-))

Meine Mutter konnte mich nur wenige Wochen stillen, weil ihr Körper es nicht länger zuließ und ich war „trotzdem“ eingebettet in ganz viel Liebe, Wärme und Geborgenheit. Vor 40 Jahren wurde das Thema Stillen noch dazu aus einem ganz anderen Bewusstsein heraus diskutiert…

Versuchen wir also sorgsam umzugehen mit dem, was wir anderen mitteilen/in der Eile überstülpen und „nur“ zuzuhören ohne Ratschlag. Gut gemeint, ist nicht immer gut getan…

Alle Eltern bemühen sich und wollen das Beste für ihre Kinder – darin liegt auch unsere Verbundenheit, unser Gemeinsam – und die führt zu Mitgefühl, Verständnis und letztlich zu Frieden.


LOVE is ….. a big soul named LOVIS

Love is…. LOVIS
so nennen wir den kleinen Glückspilz, der vor 40 Tagen in unserem Wohnzimmer völlig unaufgeregt und ungestört gelandet ist. Wir sind unendlich dankbar über diesen selbstbestimmten Start ins Leben. Unbeschreiblich der Prozess der Geburt …

40 Tage Postpartum – Zeit zum Ankommen, Landen, Beschnuppern, Einfinden. Spüren, Heilen, glücklich, dankbar über das „gut Gelaufen“ – traurig über das Loslassen, Entdecken neuer Seiten meines Mutter-seins … und Lovis einatmen…ach so vieles was gleichzeitig sein kann. .
Wie wichtig diese 40 Tage der Ruhe doch waren und jetzt tauche ich stärker wieder ins Außen, Lovis lernt meine Freund*innen kennen und erkundet verstärkt das Außen. Ein Schritt nach dem anderen. Wie fein, dass wir ein Dorf um uns herum haben, das uns unterstützt, den Alltag zu managen: uns immer wieder mit Essen versorgt und den kleinen Menschen ins Grüne bringt…
.
Die Social-Media-Auszeit hat ebenso gut getan, wobei ich es auch gut finde, bewusster und entschleunigter rein zu schauen, darauf achtend Lovis Privatsphäre nicht völlig zu entblössen… mal sehen, wie ich das meistere..

Feature auf HER

Vor einiger Zeit wurde ich von HER-collective, einem spannenden, inspirierenden Projekt von Frauen für Frauen, die im Bereich von Achtsamkeit, Yoga und Nachhaltigkeit tätig sind eingeladen, ein Interview zu kniffligen Fragen des Lebens zu geben….

Sich hin und wieder mit tiefgreifenden Lebensfragen auseinander zu setzen, kann für uns alle gewinnbringend sein. Diese Methode: das Aufschreiben/Reflektieren von tiefgreifenden Fragen, die unser Leben betreffen, von unseren Sehnsüchten, Haltungen, Prozessen, Herausforderungen und Bedürfnissen…. kann helfen, wieder klarer zu sehen, Fokus zu finden, Entscheidungen zu treffen…

Vielleicht möchtest du auch dir die Fragen, die mir gestellt wurden stellen…

https://www.her-collective.com/2019/05/29/sabine-ziegelwanger-sexualpaedagogin-yogalehrende/

Alles GUTE, Shanti, Sabine

Fang mit dem nächsten an

Fang mit dem nächsten an,

mach‘ nicht den zweiten Schritt
oder den dritten,
fang mit dem ersten an,
das eingeschlossen ist
in jenem Schritt,
den du nicht gehen möchtest.

Fang mit
dem Boden an,
der dir bekannt ist,
dem fahlen Boden
unter deinen Füßen:
dein eigener Weg,
um ins Gespräch
zu kommen.

Fang an mit deiner
eigenen Frage,
vergiss die Fragen
anderer Leute,
und lass nicht zu,
dass sie ersticken,
was einfach ist.

Um die Stimme
anderer zu hören,
folge deiner
eigenen Stimme,
warte ab,
bis diese Stimme
ein vertrautes
Ohr geworden ist,
das wahrhaft
eine andere
vernehmen kann.

Fang genau jetzt mit
einem kleinen Schritt an,
den du dein eigen nennen kannst,
und folge nicht
den Heldentaten anderer.
Sei demütig,
gesammelt,
fang mit dem Nächsten an,
verwechsele nicht
das andere
mit deinem eigenen.

Fang mit dem Schritt an, der am nächsten ist,
mach nicht den zweiten Schritt
oder den dritten;
fang mit dem ersten an,
dem am nächsten,
jenem Schritt,
den du nicht nehmen möchtest.

– David Whyte

ein NEUES JAHR….

Liebe Yogi*nis

Ein Neues Jahr hat begonnen, 

die Weihnachtsfeiertage liegen hinter uns

ein paar Rauhnächte noch vor uns…

Vielleicht bist du schon wieder im Arbeitsalltag gelandet,

vielleicht hast du noch etliche freie Tage vor dir.

Fest steht, ein Neues Jahr fühlt sich immer frisch an

als würden wir leere Seiten eines Buches öffnen.

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leiser treten

Es ist bitter, es ist spürbar: eine akute Kehlkopfentzündung zwingt mich seit mehreren Tagen dazu, das Sprechen sein zu lassen. Ich, diejenige, die sich regelmäßig und freiwillig ein Schweigeretreat verordnet, ich werde jetzt von ärztlicher Seite dringend dazu angehalten, das Sprechen sein zu lassen….sonst…. ja sonst könne das gravierende Folgen für meine Stimme haben.

Und das ist zu Beginn alles andere als lustig.

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starkes Herz

.

„Warum nennt man dich starkes Herz?“

fragt ein Cherokee-Kind seine Großmutter.

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Leuchte

Lass dir dein Leuchten

nicht nehmen,

nur weil es andere blendet.

(unbekannt)

Körper leben

Sich selbst genießen, den eigenen Körper feiern und lustvoll zu erleben ist leider keine Selbstverständlichkeit. .
Wir alle sind hineingeboren in eine Welt, die uns geprägt hat: unseren Bezug zu unserer Lust, unserem Körperempfinden, der Fähigkeit sinnlich die Welt zu begreifen …

. Weiterlesen

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