Nachdem ich in den letzten Monaten auch Phasen des Traurigseins durchlebt habe (wer kennt das nicht?) und mir sicher bin, dass diese Phasen nicht die letzten gewesen sein werden, möchte ich ein paar Worte übers Traurig-Sein niederschreiben.

Nicht zuletzt auch deshalb, weil ich diese schönen Zeilen gefunden habe:

Trauer und Freude sind Geschwister.

Traurigsein ist wohl etwas Natürliches. Es ist wohl ein Atemholen zur Freude,

ein Vorbereiten der Seele dazu. (Paula Mendelsohn-Becker)

 

Jede von uns hat wiederkehrende Phasen, in denen sie niedergeschlagen, betrübt, traurig ist…. Auch wenn wir es meist nicht wahr haben wollen: Traurigsein gehört zum Leben wie die Luft zum Atmen. Stell dir vor, du wärst immer glücklich.

Auch wenn es gerade das ist, was wir alle uns wünschen: ununterbrochen glückseelig sein … aber das wäre falsch verstandene „Erleuchtung“, denn diese ununterbrochene Glückseeligkeit gibt es nicht, nachdem das Leben in ständiger Veränderung und wir mitten drinnen sind. So gehören auch Phasen des Verlustes, des Konflikts, der auch manchmal unbegründeten Trauer mit dazu… die zweite Seite der Medaille…nur wollen wir diese nicht haben – wer findet schon traurig sein „gut“?

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Gleichmütig ist jene, die Freude und Trauer gleichermaßen wert schätzt – die weiß, dass auf Phasen der Trauer jene des Glücks folgen werden; ich weiß, es erzeugt meist in jenen, die gerade mitten drinnen stecken im Traurigsein noch mehr Frust, wenn jemand derlei große Worte schwingt…

So will natürlich auch mal die Traurigkeit ihren Raum haben ….

Mutig ist jedoch jene, die mit der Zeit bewusst feststellt und neugierig entdeckt, wie die Traurigkeit in ihr Heim eingezogen ist; jene, die nach einiger Zeit des Trauerns „durchlässig“ wird für Neues…

Asanas können helfen, wieder Boden zu finden, aktiv zu werden – in Bewegung zu kommen… Besonders Stehhaltungen (Virabhadrasanas/Held*innenhaltungen) können helfen, Erdung zu finden. Atemachtsamkeit hilft, Abstand üben – Ausatmen: Loslassen, Abgeben… Einatmen: Neuwerden, Lebendig sein…

LIEBE und VERSTEHEN sind hilfreiche Begriffe, die einer*m in traurigen Phasen daran erinnern, dass Traurigkeit eben dazu gehört zum Leben.

Mögest du die Traurigkeit als vorübergehend erkennen, sie zulassen und auch gehen lassen…mögest du ihr mutig gegenüber treten und erkennen, dass sie nicht weniger wert ist, als das Glück, das ihr nachfolgt…

shanti,

Sabine